Holden Commodore VB

Häufig wird der Holden Commodore VB als Opel Commodore C mit anderem Kühlergrill und anderen Motoren dargestellt. Tatsächlich steckte Holden 110 Mio Australische Dollar in die Entwicklung des Commodore VB. Dieser Betrag liegt nur knapp unter Kosten, den eine komplette Neuentwicklung gekostet hätte... 

 

Warum wurde so viel Geld in den VB gesteckt, wenn doch der Opel Commodore C ein absolut einwandfreies und zuverlässiges Auto war?

 

Ein Interview mit dem Chefentwicklern von Holden, Ray Grigg und Don Wylie, macht deutlich, worin die Herausforderung bestand:

"As the Germans built the car, it was absolutely useless in Australia. The front end wasn't strong enough. The engineers took it out to a favourite test road in the Flinders Ranges - one of the roads that they've recreated in part at the proving ground - where you can literlly make the car fly.

"They had strain gauges on the body and they sent the information back to Germany saying this is not going to work. The Germans said "No, you're wrong, there's no way you can record these strain levels, your gauges must be wrong." So the engineers thought, well, the Germans are pretty clever and they must be right. So they went back with more cars and did it again, getting exactly the same results each time. The Germans ended up coming out here and they committed us for being absolutely mad. Cars were not designed to be driven on roads like that. They reckoned that if you wanted to go to places like Ayers Rock, (before the road was sealed), or into the Flinders Ranges, you took a truck. But they had their introduction to the sort of durabilit we required."

"Some of the cars didn't even get past Dubbo, didn't get off the bitumen before they started falling apart. The dry struts were jamming up and then the front end structure just started coming apart as if it had been hit with a sledge hammer. The bodies were buckling above the rear mudguards which was caused by overloading of the rear suspension and consequent failure of the rear parcel shelf where it joins the rear quarter panel."

"So, wie die Deutschen das Auto gebaut hatten, war es komplett unbrauchbar für Australien. Der Vorbau war einfach nicht robust genug. Die Ingenieure brachten es zu unserer beliebten Teststrecke in den Flinders Ranges - eine der Strassen, die sie zum Teil auf dem Testgelände nachgebaut hatten - wo man ein Auto wortwörtlich zum fliegen bringen kann."

 

"Sie hatten Dehnungsmessstreifen an der Karosserie angebracht und die Messergebnisse zurück nach Deutschland geschickt mit dem Hinweis, dass der Wagen so nicht funktionieren würde. Die Deutschen sagten: "Nein, das kann nicht stimmen, so hohe Dehnungswerte sind unmöglich, Eure Dehnungsmessstreifen müssen feherhaft sein." Also dachten die Ingenieure, na gut, die Deutschen sind ziemlich schlau, also werden sie wohl recht haben. Also kehrten sie mit weiteren Wagen zurück und führten die Tests erneut durch mit exakt den gleichen Ergebnissen. Am Ende kamen die Deutschen rüber und erklärten uns für total verrückt. Die Autos seien nicht dafür konzipiert, auf derartigen Strassen gefahren zu werden. Sie gingen davon aus, dass wenn man an Orte wie Ayers Rock (bevor die Strasse asphaltiert wurde) oder in die Flinders Ranges fahren wolle, man einen Pick-up benötige. Aber nun hatten sie einen Eindruck von der Robustheit, die wir benötigten."

 

"Einige der Wagen schafften es nicht mal über Dubbo hinaus, hatten noch nicht mal die asphaltierten Strassen verlassen, als sie schon auseinander fielen als wären Sie von einem Vorschlaghammer getroffen worden. Die Karosserien hatten Verwerfungen über den hinteren Kotflügeln durch die Überlastung der hinteren Federung. Dadurch gab die Kofferraumbrücke an der Verdung zur hinteren Seitenwand nach."


Im folgenden Film ist die Entwicklungsarbeit bei Holden dokumentiert. Als der Holden Commodore VB dann vom Band lief, war er nur noch zu 35% identisch mit unserem Opel Commodore C... 

 

 

McPerson Federbeine, eine Zahnstangenlenkung statt dem Kugelumlauf-Lenkgetriebe, zahlreiche Modifikationen an der Karosserie und ein umgestaltetes Armaturenbrett sind nur einige der Modifikationen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.  Die australische Presse feierte den Commodore C und krönte Ihn mit dem "Car of the Year Award 1978". Zwei Testberichte von damals sprechen eine deutliche Sprache. 

 

Wahrscheinlich auch heute noch ein einzigartiger Testbericht. Der Autor (und Testfahrer) schwelgt in Superlativen, aber die Story und die Bilder sind die Lektüre allemal wert. 

 

Nach dem Original findet Ihr eine deutsche Übersetzung.

Schöner Artikel, der auch einige Schwachstellen des Commodore VB aufzeigt. Den gibt es natürlich auch auf Deutsch übersetzt.

 

 

 



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Der eine oder andere Prospekt darf natürlich nicht fehlen. Man beachte das in dezentem Rot gehaltene Interieur...

Und zu guter Letzt: Ein erstklassiger Burnout